Nachrichten

Berufliche Bildung – Vorzeigemodell Deutschland?

„Bundespräsident Steinmeier und Elke Büdenbender reisen zur Woche der beruflichen Bildung durch Deutschland“. Das ist die Überschrift der Pressemitteilung vom 28. März 2018 aus der Internetseite des Bundespräsidenten. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass die Wertschätzung eines unserer Exportschlager, nicht angemessen stattfindet. Die im Ausland so hoch-anerkannte Form der Ausbildung, wird im eigenen Land nicht ausreichend gefördert, beachtet und anerkannt. Auch in dem Land der dualen beruflichen Bildung, mit dem goldenen Boden des Handwerks, wurde und wird die akademische Bildung offensichtlich mehr gefördert und höher geschätzt.

In den letzten Jahren, habe ich einige Führungen, für meine chinesischen Freunde und Kollegen aus China, durchgeführt. Meist war das Feedback dieser Leute sehr sparsam, aber nach mehrfacher Nachfrage konnte ich hören, dass die Leute überrascht sind, dass die Ausstattung der Einrichtungen nicht dem entsprechen, was sie aus dem Land der aufgehenden Sonne gewohnt sind. Ich weiß, Ausstattung ist nicht alles, ganz im Gegenteil, es ist das am wenigsten Wichtige. Doch ist es auch ein äußeres Zeichen dafür, was die Verantwortlichen in diesen Bereich investieren und wie sie diese Form der Ausbildung bewerten und wertschätzen.

Man kann nur hoffen, dass es bei der jetzigen Promotion Tour des Bundespräsidenten und seiner Frau, nicht bei einer Show Veranstaltung bleibt, sondern handfeste Aktionen folgen. Deutschland muss gerade in der beruflichen Bildung Vorreiter sein und das weltweit klar zum Ausdruck bringen. Da gibt es doch noch einigen Handlungsbedarf.

Link zum Thema:

BIBB

Neue Deutsch-chinesische Allianz Dualer Berufsbildung

Organisationen und Unternehmen der beruflichen Bildung haben am 21.10.2017 in Nanjing eine neue “Deutsch-chinesische Allianz der Dualen Berufsbildung” förmlich gegründet. Im Unterschied zu bereits bestehenden bilateralen Bildungsverbänden konzentriert sich die neue Allianz auch ihrem chinesischen Namen nach auf die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schulen, also tatsächlich auf “duale” Berufsbildung.

Die Gründung erfolgte beim “International Summit for Vocational Education”, der wiederum Bestandteil der Messe Education Plus 2017 des Veranstalters Messe Stuttgart Nanjing Ltd. war. Nach Verabschiedung der Satzung wurde Simon Zhao zum Gründungsvorsitzenden der Allianz gewählt, CEO des National Center for Open & Distance Education in Peking.

Mark Ma, Vize-GM von Open Education, verwies auf das enorme Marktvolumen Chinas für berufliche Bildung, das laut einer Studie von 2016 rund 600 Mrd RMB beträgt (umgerechnet 78 Mrd Euro) und noch weiter wächst. Vor diesem Hintergrund habe die neue Allianz das Ziel, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Schulen in der Berufsbildung zu entwickeln,  dabei die Umsetzung der deutsch-chinesischen Berufsbildungsstrategie zu unterstützen und eine neue und nachhaltige Form der Zusammenarbeit zu etablieren.

Die neue Allianz ist eine Zweig-Organisation der “China External Cooperative Alliance of Vocational Education” mit Sitz in Peking.

 

Dekane aus Panjin bei der Schweizer EHB

Eine Gruppe chinesischer Dekane des Panjin Vocational and Technical College (PVTC) unter Leitung ihres Stellvertretenden Rektors Zhang Hongfu hat am 7. Juli 2017 die Eidgenössische Hochschule für Berufsbildung (EHB) in Zollikofen bei Bern besucht. Die Veranstaltung war Teil eines Deutsch-Chinesischen Projektes über Duale Berufsbildung in Panjin, dessen Teamleiter Zhang Yaowen ebenfalls teilnahm.

Die Delegation wurde von Eric Swars empfangen, dem Leiter Internationale Beziehungen der EHB. Er gab einen Einblick in das Duale Berufsbildungssystem der Schweiz und dessen Unterschiede zum deutschen System, in die Ausbildung von Lehrpersonen und in die Forschung und Berufsentwicklung, für die seine Institution zuständig ist. Die EHB pflegt bereits seit Mai 2017 eine Partnerschaft mit der China Education Association for International Exchange (CEAIE).

Die Stadt Panjin liegt im Nordosten Chinas, einer Industrieregion, die von der chinesischen Regierung ermutigt wird, sich zu modernisieren. Panjin wurde von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) als Pilotstadt für die Einführung eines dualen Berufsbildungssystems in Anlehnung an das deutsche und schweizerische System benannt. Das PVTC ist Schwerpunkt des Pilotprojektes und konzentriert sich zunächst auf die Berufe Chemikant/in, Mechatroniker/in und Altenpfleger/in.

Den Fachbesuch bei der EHB hatte der Koordinator und Inhaber der SOKRATES – Wissenschaftliche Dienstleistungen, Günther Koegst, im Rahmen eines einwöchigen Programms in Deutschland und der Schweiz organisiert.